Moderner Fünfkampf Unkel

Moderner Fünfkampf

Moderner Fünfkampf ist der neuzeitliche Nachfolger des antiken Pentathlon. Es ist seit 1912 olympische Disziplin. Das besondere und zugleich faszinierende am Modernen Fünfkampf ist die Kombination der organischen Sportarten Laufen und Schwimmen, bei denen Schnelligkeit und Ausdauer gefragt sind, und den technischen Disziplinen Reiten, Schießen und Fechten, die Konzentration, Ruhe und Reaktionsvermögen fordern.

Die Disziplinen

Schießen

In der Jugend C (13/ 14 Jahre) wird im Wettkampf mit der Laserpistole 10 mal auf eine 10 m entfernte Präzisionsscheibe geschossen. Die Athleten haben 40 Sekunden Zeit ihren Schuss abzugeben. Die Ringe werden addiert und in Punkte umgerechnet. Wenn ein Athlet 86  von 100 möglichen Ringen erreicht, erhält er 1000 Punkte. Für jeden Ring über oder unter 86 Ringen werden 12 Punkte addiert oder subtrahiert.

In der Jugend B (15/16 Jahre) wird das Combined Event eingeführt und stellt immer den Abschluss eines Wettkampfes dar. Das Sportgerät ist weiterhin eine Laserpistole, wobei eine Scheibe der Größe 59,5 mm (entspricht der Größe 7 auf der Präzisionsscheibe) getroffen werden muss. Der Sportler läuft an und hat die Scheibe fünfmal zu treffen, anschließend läuft er 800 m. Dieser Vorgang wiederholt sich noch zweimal bis er nach 3 Schießeinlagen und 2400 m Laufstrecke ins Ziel kommt. Ab der Jugend A (17/18 Jahre) wird die Strecke um eine weitere Schießeinlage und einen vierten 800 m Lauf verlängert. Die Gesamtzeit wird in Punkte umgerechnet.

Fechten

Gefochten wird mit einem Degen. Jeder Athlet muss gegen alle anderen auf einen Treffer fechten. Für jeden Treffer hat man eine Minute Zeit. Wenn keiner der beiden Fechter innerhalb dieser Minute den anderen trifft, bedeutet dies eine Niederlage für beide Athleten. Die Trefferfläche ist der ganze Körper. Die Treffer werden mit dem elektrischen Kontakt in der Spitze des Degens registriert. Für 70% der maximal möglichen Treffer gibt es 1000 Punkte.

Schwimmen

Beim Schwimmen werden bis zur Jugend C 100 m und ab der Jugend B 200 m in der Freistiltechnik geschwommen. Die Läufe werden nach persönlichen Bestzeiten der Athleten eingeteilt. Über 100 m Schwimmen sind z.B. bei den Jungen 1:14 min 1000 Punkte. Eine Zeit von 2:30 min über 200 m bringt 1000 Punkte. Jede 3/10 Sekunde gibt 4 Punkte mehr oder weniger, daraus ergeben sich 12 Punkte für eine Sekunde.

Laufen

Die Athleten durchlaufen bis zur Jugend C eine 1000 m lange Strecke. Die Zeit wird auch hier in Punkte umgerechnet und zu den anderen Disziplinen auf addiert.

Durch den Combined Wettbewerb fällt ab der Jugend B der normale Lauf weg und wird durch Schießeinlagen, jeweils nach 800 m, unterbrochen. Bei Olympischen Spielen, Welt- oder Europameisterschaften sowie Weltcups wird mit Handicap gestartet. Das Handicap eines Athleten ergibt sich aus der Punktedifferenz zum Erstplatzierten. Diese Differenz wird in Sekunden umgerechnet. Eine Sekunde sind 4 Punkte und in entsprechenden Zeitabständen erfolgt der Start. Der Führende startet also als Erster bei 'Null' und wer zuerst durch das Ziel läuft, hat den Mehrkampf für sich entschieden.

Reiten

Die Athleten reiten auf fremden zugelosten Pferden, die vom Veranstalter gestellt werden. Gesprungen wird über Hindernisse, die etwa 120 bis 150 cm hoch sind. Aufgebaut sind 12 Hindernisse mit 15 Sprüngen, wobei auch eine doppelte und eine dreifache Kombination gemeistert werden muss. Der Parcours ist etwa 350 bis 450 m lang. Zum Aufwärmen haben die Athleten 20 Minuten Zeit. In dieser Zeit dürfen sie über maximal 5 Hindernisse springen. Zu Beginn des Wettkampfes hat jeder Athlet 1200 Punkte. Wenn eine Stange abgeworfen wird, werden 20 Punkte, verweigert das Pferd den Sprung 40 Punkte abgezogen. Wer den Parcours nach der vorgegebenen Zeit beendet, bekommt für jede Sekunde, die er über der vorgegebenen Zeit liegt weitere 4 Punkte abgezogen. Wer doppelt so lange braucht, wird disqualifiziert und erhält für diese Disziplin 0 Punkte. Das Reiten stellt durch den Umgang mit einem Lebewesen eine sehr große Herausforderung dar und ist immer eine aufregende Sache, sowohl für den Athleten als auch für den Zuschauer.